POLIZEITAGE 2011
      
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Polizeitage 2011

Über die Veranstaltung

Auf nahezu allen gesellschaftlichen Ebenen kommt Gewalt vor. Sie ist somit ein brennendes gesellschaftliches Problem, zumal wir uns inmitten einer epochalen gesellschaftlichen Umbruchsituation befinden. Alte Wertvorstellungen und Gesellschaftsbilder haben ihre Gültigkeit verloren. Namhafte Wissenschaftler weisen in umfangreichen Studien darauf hin, dass alles sich zu einem Bild des Zerfalls und der Auflösung der Gesellschaft zu verdichten scheint. Müssen wir uns in unserer Gesellschaft die Gewaltfrage neu stellen? Dieser Frage soll im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Polizeitage" nachgegangen werden. Das Thema "Gewalt" wird aus unterschiedlichsten Feststellungen und Betrachtungsweisen - auch im Kontext der täglichen Polizeiarbeit - erörtert und diskutiert werden.

Teilnehmerkreis

Teilnahmeberechtigt sind Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes, der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, zivilen Hilfsorganisationen, Ministerien, Parlamenten, der Streitkräfte sowie der Themenbezogenen Industrie.

Tagungspauschalen

Als Polizeibeamter, Mitglied der GdP, Angehöriger eines Parlaments, einer Behörde, einer zivilen Hilfsorganisation, Botschaft, des Militärs oder der Polizei ist die Veranstaltung kostenfrei. Nachweis der Zugehörigkeit zu o.g. Organisationen ist bei der Anmeldung in Kopie mitzuschicken. Ausweis bei der Einlasskontrolle erforderlich. Alle anderen Teilnehmer zahlen 298,– Euro zzgl. Mehrwertsteuer. Bei Nichterscheinen wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50,– Euro zzgl. MwSt. nur dann erhoben, wenn eine Abmeldung bis 3 Tage vor Veranstaltungsbeginn nicht erfolgt ist.

Registrierungsverfahren

Besucher haben die Möglichkeit, sich mittels des Anmeldebogens auf der letzten Seite dieser Einladung oder über die Homepage www.polizeitage.de zu akkreditieren. Nach erfolgreicher Registrierung erhalten die Teilnehmer alle relevanten Vorabinformationen zu der Tagung per E-Mail zugestellt. Im Veranstaltungszentrum ist ein gültiger Dienstausweis an der Registratur vorzuzeigen. Wir stellen registrierten Teilnehmern eine Rechnung an die im Anmeldebogen genannte Adresse aus, die innerhalb von vier Wochen nach Erhalt der Rechnung zu begleichen ist.


Polizeitag Düsseldorf, 27.10.2011

 

Auf Augenhöhe gelangen
Kooperationen in der Polizei notwendig

Dr. Hans-Ulrich Krüger, Staatssekretär im Innenministerium NRW, betonte, dass die Polizei auf Augenhöhe mit den Kriminellen gelangen müsse um ihre per Gesetz gegebenen Aufgaben auch in Zukunft effizient erfüllen zu können. Foto: BS/Jung

"Wir müssen uns heute überlegen was notwendig ist, damit die Polizei ihre per Gesetz gegebenen Aufgaben weiterhin ausführen kann", sagte der nordrhein-westfälische Staatssekretär im Innenministerium, Dr. Hans-Ulrich Krüger, im Rahmen des Polizeitages 2011, einer gemeinsamen Veranstaltung des Behörden Spiegel und der Gewerkschaft der Polizei (GdP), in Düsseldorf. Dazu seien künftig Kooperationen, integrationsübergreifende Netzwerke und weitere Projekte notwendig, auch um mehrfach kriminellen Jugendlichen besser Herr zu werden.
Sechs bis sieben Prozent der Jugendlichen bzw. Kinder im Alter von 13 bis 14 Jahren verübten 30 Prozent der Delikte, so Krüger. "Da müssen wir tätig werden!" Ein weiterer aktueller Bereich sei die Cyber-Kriminalität, die innerhalb eines Jahres um fast 20 Prozent von 50.000 auf 60.000 Fälle gestiegen sei. Die digitalen Straftäter befänden sich oft auf dem neuesten technischen Stand und agierten hoch professionell. Nach der jetzigen Gesetzeslage stoße die Polizei weiter an Ermittlungs- oder Überwachungsschwierigkeiten. Die Polizei würde ihrer Aufgabe aber nur dann gerecht, wenn sie den Tätern auf Augenhöhe begegnen könne. Dazu sei jüngst das Kompetenzzentrum für Cyber-Kriminalität gegründet worden, als zentrale An-laufstelle beim nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt. Die nordrhein-westfälische In-ternetwache nehme monatlich 5.000 Anzeigen entgegen. Auch die NRW-App habe bereits 100.000 Abonnenten. Ziel all dieser Bemühungen sei, "die digitale Welt menschlich zu struk-turieren", so Krüger. "Nur die, die das denken, schaffen es am Ende auch!"
Künftig gehe es in der Inneren Sicherheit aber auch darum, gesellschaftlichen Veränderun-gen Rechnung zu tragen. Dazu zähle auch die Betrachtung von Verkehrsunfällen. Zwar gebe es immer noch viele Unglücke junger Autofahrer, doch würden zunehmend auch ältere Fah-rer involviert. Die Zahl der Verkehrstoten müsse künftig weiter durch Prävention – hier in Zukunft viel durch Nachschulungen Älterer – und durch Repression begegnet werden.

 

 

Spuren nur im Netz
Die digitale Tatwaffe

Wolfgang Gatzke, LKA NRW, erläuterte die Notwendigkeit zur und Ressourcen für die Bekämpfung neuer Kriminalitätsformen im Internet. Foto: BS/Jung

Ende Mai 2010 hat die Innenministerkonferenz (IMK) eine Strategie zur Bekämpfung der IuK-Kriminalität verabschiedet. Darin ist die Sprache von IuK-Krimalität als "wesentliche Herausforderung im Bereich der Verbrechensbekämpfung und Prävention". Dies spiegle sich wider in den sich verändernden Straftatbeständen, so Wolfgang Gatzke, Direktor im Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, auf dem Polizeitag 2011 in Düsseldorf.
Diebstahl sei von 60 Prozent aller Strafdelikte auf 44 Prozent gesunken, ebenso seien Wohnungseinbrüche zurück gegangen. Dagegen habe es einen großen Anstieg der Betrugsdelinquenz gegeben, auch hätten Sachbeschädigungen und Beleidigungen zugenommen. Als weitere Tendenz seien alte Delikte auszumachen, die sich Richtung Netz verlagern hätten. So gebe es steigende Zahlen von Waren und Warenkredtitbetrug, die heute zu einem Drittel über das Internet stattfänden, erläuterte Gatzke. Als neuartige Delikte gebe es zudem Delikte wie Skimming ("Abschöpfen"), Phishing, Carding und Account Takeover.
Schadsoftware sei die heutige digitale Tatwaffe. Es existiere eine ganze Underground-Economy, die sich nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten ausrichte. "Es gibt Mechanismen, die an sieben Tagen die Woche 24 Stunden funktionieren." Straftäter im Netz bräuchten keinen persönlichen Kontakt mehr untereinander, stattdessen gebe es Baukästen, "aus denen man sich nimmt, was man braucht", sagte Gatzke. "Spuren entstehen eigentlich nur noch im Netz." Diese Entwicklung setze auch ein anderes Anforderungsprofil für die Ermittler: Die Polizei müsse gleichzeitig flächendeckend mit einer Grundqualifizierung aufgestellt sein und zudem sehr spezialisierte Fachleute vorhalten, um flexibel und dynamisch reagieren zu können, in Qualität und Quantität.
Aus diesem Grund sei das nordrhein-westfälische Cyber-Kompetenzzentrum ins Leben gerufen worden. Es vereine mehrere Dinge in sich, unter anderem eine zentrale Ansprechstelle für die Wirtschaft, ein allgemeines Informations- und Servicezentrum, eine zentrale Auswertungsstelle für Kinderpornographie, IuK-Forensik u.v.m. Im Kompetenzzentrum sind laut Gatzke 60 Polizisten, Ingenieure und IT-Techniker beschäftigt hinzu kämen weitere 20 Mitarbeiter. Darüber hinaus gebe es in den Kreispolizeidirektionen 160 Beamte zur Unterstützung für IuK-Ermittlungen.
Als weitere Maßnahme gegen digitale Kriminalität investierte Nordrhein-Westfalen in Fortbildungsmaßnahmen, bei denen sich breites Ermittlungswissen und fachspezifisches Wissen gegenseitig begegnen und ergänzen könnten. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) werde großer Aufwand betrieben und eine Menge investiert, so Gatzke. "Andere Länder beneiden uns darum."
Mit dem LKA Baden-Württemberg unterhalte seine Behörde zudem eine gemeinsame Ermittlungskommission und entwickle derzeit ein Konzept für eine stärkere länderübergreifende Zusammenarbeit im Bereich IuK-Kriminalität.

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